Präparate Rühren - Eine Anleitung

Vor dem Ausbringen werden die Feldspritzpräparate Hornmist, Hornkiesel und Faldenpräparat in Wasser verrührt. Das nennt man auch dynamisieren. Steiner selbst spricht im Landwirtschaftlichen Kurs von der Notwendigkeit das Präparat “in eine gründliche Verbindung” mit dem Wasser zu bringen. Hier gebe ich eine kurze Anleitung für das Rühren von Hand.

 

Welche Mengen benötige ich?

Pierre Masson empfiehlt pro Hektar 100 g Hornmist in 25-35 l Wasser zu verrühren. Im Hausgarten werden 10-20 g Hornmist in 5-10 l Wasser gerührt.

Auch für das Hornkieselpräparat wird eine Ausbringmenge von 25-35 l Wasser pro Hektar empfohlen, darin werden 2-4 g Hornkiesel verrührt. Im Hausgarten entsprechend eine Prise (0,25 g) in 5-10 l Wasser.

Vom Fladenpräparat werden nach Masson 240 g/ha in 35-50 l Wasser verrührt. Im Garten werden nach Maria Thun® 6 g pro 2 l Wasser verwendet. 

 

Worin wird gerührt?

 

Gerührt wird in einem zylindrischen Gefäß, das höher ist als breit (Masson empfiehlt ein Verhältnis von 1,4:1). Für kleinere Mengen eignen sich besonders gut Steinguttöpfe, wie sie früher zur Sauerkrautherstellung verwendet wurden. Größere Mengen werden im Holzfass gerührt. Auch Behälter aus Stahl und Kupfer können genutzt werden. 

Soll das Präparat mit einer Spritze ausgebracht werden, benötigt man eine Möglichkeit zum Umfüllen. Als besonders geeignet empfinde ich ein Fass, dass erhöht steht und unten einen Auslauf hat, so dass man mit der Spritze einfach drunter fahren kann. Es gibt auch kippbare Fässer oder solche, die mit einem Gabestapler hochgehoben werden können. Außerdem ist es wichtig, die festen Bestandteile beim Umfüllen abzusieben, sonst verstopfen die Düsen.

 

Womit wird gerührt?

 

In kleinen Gefäße kann mit der Hand oder einem großen Schneebesen gerührt werden. Für größere Gefäße nutzt man ein Rührgerät. Es gibt sehr verschiedene Rührgeräte, die als Gemeinsamkeit haben, dass sie nach unten hin verdickt sind. Das kann zum Beispiel ein fest gebundener Reisigbesen sein. Länger haltbar und meiner Erfahrung nach angenehmer zum Rühren sind feste Geräte aus Holz. Dazu wird entweder eine Keulenform gedrechselt oder es werden Holzleisten an einem Rundholz befestigt. Eine ausführliche Darstellung verschiedener Methoden mit Bauanleitung und Bildern finden Sie in Walter Stappungs “Die biodynamischen Präparate”

 

Wie wird gerührt?

 

Das Rührgefäß wir zu etwa zwei dritteln mit Wasser gefüllt. Hornmist und Fladepräpart werden zuerst in wenig Wasser aufgelöst und dann ins Rührgefäß gegeben. So können sie sich gut mit der großen Wassermenge vermischen. Das Kieselpräparat kann direkt ins Wasser gegeben werden.

Nun wird das Wasser mit dem Rührgerät gleichmäßig am äußeren Rand in eine Richtung gerührt, bis sich ein Trichter bis fast zum Boden bildet (man braucht etwas Kraft dazu). Ist ein schöner gleichmäßiger Trichter entstanden, wird plötzlich umgekehrt, so dass das Wasser wild brodelt und direkt in die andere Richtung gerührt, bis sich wieder ein Trichter bildet. Und wieder von vorn. Es werden kein Pausen eingelegt. Wie lange eine Trichterbildung dauert ist vom Rührenden, dem Gefäß und der Wasseremenge abhängig. Als Faustzahl kann etwa eine halbe Minute genommen werden. Ist das Rühren sehr anstrengend oder gelingt dir Trichterbildung schlecht, sollten kleinere Wassermengen gerührt werden.

Walter Stappung hat ein kleines feines Buch über das Rühren geschrieben, in dem an Hand von Fotos und Zeichnungen verschiedene Arten der Trichterbildung und des Umkehrens sehr anschualich beschrieben werden. Für eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema sehr empfehlenswert!

 

Wann wird gerührt?

 

Hornmist und Hornkiesel werden möglichst direkt vor dem Ausbringen gerührt. Hornmistpräparat am Nachmittag und Abend, Hornkiesel am Morgen oder Vormittag.

Das Fladenpräparat kann den ganzen Tag über gerührt werden. Es kann nach dem Rühren etwa drei Tage lang ausgebracht werden.

 

Wie lange wird gerührt?

 

Hornmist und Hornkiesel werden jeweils eine Stunde lang gerührt

Das Fladenpräparat wurde bereits bei der Herstellung eine Stunde lang dynamisiert. Vor dem Ausbringen muss es deshalb nur noch 20 Minuten lang gerührt werden.

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Kommentare: 1
  • #1

    Angelika S. (Dienstag, 29 Oktober 2019 17:30)

    Drei Fragen:

    Kann man das Fladenpräparat auch für Zimmerpflanzen anwenden?
    Und wie am Besten?

    Was hilft, wenn die Erde in der Topfpflanze schimmelt, selbst wenn sie erneuert wurde?

    Und hat jemand Erfahrung damit, wenn die Blätter klebrig werden von irgendwelchen kleinen Läusen?

    Mit herzlichem Dank für die anschauliche Aneitung zum Rühren und überhaupt für die hilfreichen Rundbriefe!
    Ihre Angelika S.