Präparatebrief

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Präparateblog

Hannahs Gartentipps im Juni – Erdbeeren

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Der Mai ist gekommen – Liedtext

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.


Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.


Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,


so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

 

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt'!


Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.


Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;


es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

 

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,


wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!


Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-


mein Herz ist wie 'ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

 

Und abends im Städtchen, da kehr' ich durstig ein:


Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!


Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,


von meinem Schatz das Liedel, das sing' ich dazu.

 

Und find ich keine Herberg', so lieg' ich zur Nacht


wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.


Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,


es küsset in der Früh' das Morgenrot mich wach.

 

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!


Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;


da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:


Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

 

(Emanuel Geibel, 1841)

 

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Dreifach-Jubiläum

Es ist kaum zu glauben, aber bereits seit einem Jahr führt nun das junge Team rund um Hannah, Sascha und Simon Die Präparatekiste.

 

Zum 1. Mai 2017 übergab uns Gunvor von Bonin die vernatwortungsvolle Aufgabe, den kleinen Präparatebetrieb vom Demeter-Hof Eichwerder an der Ostsee weiterzuführen. Damit widmete sie sich einem neuen Lebensabschnitt und schickte uns auf eine neue Mission.

 

Die Präparatearbeit von Hof Eichwerder blickt im Grunde auf das Jahr 1968 zurück. 2008 wurde sie eigenständig und ging mit eigener Internetseite, zunächst nur als Bezugsquelle für das Fladenpräparat nach Maria Thun, online.

Damit haben wir 2018 also ein Dreifachjubiläum. 50 Jahre Präparatearbeit, 10 Jahre Die Präparatekiste und 1 Jahr Die Präparatekiste und wir.

 

So richtig realisiert haben wir das noch nicht und zum Feiern sind wir auch noch nicht gekommen. Langsam erst haben wir wieder etwas mehr Luft zum Nachdenken, denn unsere erste Hochsaison für die Spritzpräparate neigt sich allmählich dem Ende. Das war logistisch eine ganz schöne Herausforderung, denn bisher waren die meisten Präparate ja noch nicht unsere eigenen, sondern die Restbestände vom Hof Eichwerder und wir konnten kaum einschätzen, welche Mengen angefragt würden (deutlich mehr als wir glaubten). Erst jetzt haben wir unsere ersten eigenen Präparate ausgegraben.

 

Vor einem Jahr hatten wir noch ein riesengroßes Fragezeichen vor Augen. Der große Traum vom eigenen Hof war grade geplatzt und alle Ressourcen aufgebraucht. Als wir Die Präparatekiste übernahmen, hatten wir bloß die Zugangsdaten zu einem kleinen Online-Shop und zwei VW-Busse voll mit Präparaten und Lagermaterialien. Ansonsten: nichts! Also wurde erst einmal gesichtet, recherchiert, telefoniert, organisiert, Firma gegründet, Konto eröffnet, Versicherungen abgeschlossen, Verpackungsfragen geklärt und und und. Die große Frage, wo unser Lager überhaupt sein soll, war schwer zu klären. Weil nichts wirklich infrage kam, wurde also kurzerhand Simons WG-Zimmer in ein Lager umfunktioniert. Mit Bett. Fortan gab es keine Privatsphäre mehr und Simon lebte in einem Lager, das gleichzeitig auch noch Firmenzentrale und Logistikzentrum in einem war.

 

Hier wurden ab jetzt die Ideen geschmiedet, die Kooperationen geschaffen, es wurde gelernt, wie ein Online-Shop funktioniert und wie man ihn betreut, wie Bestellungen abgewickelt werden und wie man mit Retouren umgeht. Es wurde gewogen, getackert und etikettiert. In wenigen Wochen lernten wir im Hauruck-Verfahren, wie man in kürzester Zeit von Null auf Hundert ein Unternehmen aus dem Boden stampft.

 

Nach einiger Zeit des Lebens und Arbeitens auf kleinstem Raum wurde es aber ganz schön eng und sehr mühsam, ständig mit großen Taschen voller Pakete zur nächsten Post zu laufen. Vom eigenen Leben war auch nicht mehr so viel übrig. Aber immerhin wussten wir jetzt in etwa, wie Die Präparatekiste funktioniert. Wir waren in die Arbeit hineingewachsen und nun konnten wir sie auch anderen Menschen erklären. Zum Glück fanden wir nach einiger Zeit zwei wundervolle Menschen, die uns die ganze Logistik abnahmen. Wir mieteten ein Lager in der Nähe unserer Kooperationsbetriebe, auf denen wir auch unsere Präparate herstellen und waren plötzlich Arbeitgeber. Nun war endlich Raum da. Raum auch für neue Ideen und Gedanken.

 

Nach dem WG-Zimmer-Provisorium nun eine gutfunktionierende Logistik zu haben und ausreichend Lagerfläche, erleichtert es uns auch unseren Ansatz zu verfolgen, möglichst viel Hilfe zur Selbstherstellung der Biodynamischen Präparate zu liefern, weswegen nun auch unser Zubehörangebot stetig wuchs.

 

Durch die freigewordenen Kapazitäten erschien im Winter unser erster Präparatebrief, für den Hannah monatlich wertvolle Tipps und Tricks aus der Praxis aufschreibt. Der Präparatebrief in seiner bisherigen Form ist schon jetzt eine schöne Erfolgsgeschichte, die wir gern weitererzählen möchten. Denn nach jedem Brief, den wir versenden, erreichen uns viele wohlwollende und motivierende Zuschriften. Das spornt an und zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg.

 

Der erste Schritt ist gemacht. Die Präparatekiste ist nun ein richtiges, kleines Unternehmen. Auch wenn wir alle die Arbeit noch neben unserer eigentlichen Arbeit machen und auch sehr viel ehrenamtliche Arbeit in diese kleine Firma fließt um sie am Laufen zu halten, so wirken mittlerweile sage und schreibe neun Menschen regelmäßig an dieser Aufgabe mit. An dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön euch allen dafür, dass ihr da seid!

 

Wir blicken zufrieden auf dieses erste, sehr lehrreiche Jahr zurück. Viele weitere sollen kommen und noch mehr schöne Ideen und Projekte. Wir sind gespannt und freuen uns auf die nächsten Herausforderungen.

 

Vielen Dank, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie uns begleiten, uns vertrauen und uns auch den einen oder anderen Anfängerfehler verziehen haben. Auf ins zweite gemeinsame Jahr! Es bleibt spannend.

 

Das Team von Die Präparatekiste

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Hannahs Gartentipps im Mai

Kompost präparieren

 

Nachdem Sie im April alle angefangen haben einen Kompost in Ihrem Garten anzulegen, geht es heute darum aus diesem Kompost einen biologisch-dynamischen Kompost zu machen. Und dazu benötigt man, wie nicht anders zu erwarten, die Kompostpräparate. Das sind Kamille-, Brennnnessel-, Schafgarbe-, Eichenrinde-, und Löwenzahnpräparat sowie das flüssige Baldrianpräparat.

 

Die Rezepturen für die 5 Kompostpräparate und das Baldrianpräparat stammen aus Steiners Landwirtschaftlichem Kurs (Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft), den er 1924 in Koberwitz gehalten hat. Auch über die Anwendung der Präparate hat Steiner sich im Kurs geäußert, die Anleitung war aber etwas vage, so dass es heute viele Auslegungen dazu gibt. Ich werde Ihnen die von mir bevorzugte Methode beschreiben, die auch eine der bekanntesten ist. Sollten Sie Ihren Kompost bereits nach einer anderen Methode präparieren und damit gute Erfahrungen gemacht haben lassen Sie sich erstens nicht von mir irritieren und nutzen Sie zweitens gern die Kommentarfunktion unter dem Artikel für Anregungen, Diskussionen und gegenseitigen Austausch.

 

Zum Präparieren benötigen Sie die fünf Kompostpräparate, Baldrianpräparat, einen stabilen Stock (oder Werkzeugstiel), warmes Wasser und eine Präparatespritze (oder einen Besen zum verspritzen). Die Präparate sollen etwa einen halben Meter tief in den Komposthaufen gegeben werden. Deshalb präpariere ich meinen Kompost erst gegen Ende des Jahres, wenn er schon hoch gewachsen ist. Dafür präpariere ich ein weiteres Mal, wenn ich den Kompost im Frühjahr umsetzte.

Die Präparate werden einzeln in den Kompost gegeben. Dazu wird mit dem Stock ein Loch in den Kompost gestochen, in das eine Portion (etwa 2 g) des Präparates gegeben wird. Das Loch wird über dem Präparat wieder verschlossen. Ich mache ein Quadrat, in jede Ecke kommt eins der Präparate Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde und Löwenzahn. In den Mittelpunkt des Quadrats kommt das Loch für das Brennnesselpräparat. Für einen normalen Gartenkompost genügt ein großes Quadrat. Legt man eine Kompostmiete an, wiederholt man das Quadrat über die Länge der Miete mehrmals. Dabei kommt immer das gleiche Präparat in die gleiche Ecke. Am Ende werden einige Tropfen Baldrianpräparat mit Wasser verdünnt und über den Kompost gespritzt.

 

Zusätzlich zu dieser Anleitung habe ich noch zwei Anregungen:

1. Wer so wie ich seinen Kompost erst spät im Jahr präpariert, kann ihn vorher schon mit Fladenpräparat behandeln. Dieses Präparat enthält ebenfalls die Kompostpräparate und hilft außerdem bei der Umsetzung des organischen Materials. Besonders wenn ich eine größere Portion neuen Materials (beispielsweise Rasenschnitt) in den Kompost gebe, behandle ich ihn danach mit Fladenpräparat.

 

2. Die kleinen Präparatportionen bleiben, wenn man sie in den Kompost gibt, leicht an den Wänden der Löcher hängen und gelangen so gar nicht bis tief in den Kompost hinein. Um das zu verhindern kann man sie in eine kleine Kugel aus feuchter Erde oder reifem Kompost packen und diese in das Loch werfen. Die Kugel bleibt nicht so leicht hängen.

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Hannahs Gartentipps im April

Kompost

 

Es ist April und wir haben uns langsam daran gewöhnt, dass in unserem Garten wieder das Leben tobt. Mit jedem Tag wird alles ein bisschen grüner, sogar das Unkraut fängt schon an zu wachsen. Auch die Vögel sind fleißig und sammeln Nistmaterial. Während die Vögel alles zusammensuchen, was sie für ihren Nestbau brauchen, sind wir genauso fleißig und sammeln alles was wir für einen guten Kompost benötigen. Nicht umsonst kommt das Wort „Kompost“ von componere (lat.), dem viele Bedeutungen zugrundeliegen – von zusammensetzen über ordnen bis hin zu errichten. Alles Attribute eines gelungenen Komposts. Der reife Kompost aus den Vorjahren wird jetzt ausgebracht und dient den jungen Pflanzen als Nahrung. Auf dem freigewordenen Platz fangen wir nun an, einen neuen Kompost herzustellen.

 

Aber warum macht man eigentlich Kompost? Zuerst einmal, weil die Sachen ja irgendwohin müssen. Es gibt zwar vielerorts die braune Tonne,  die dann den großen Verwertungsanlagen zugeführt wird, aber als Gärtner sollten wir die Nährstoffe lieber selber behalten, unsere Pflanzen freuen sich. Und das ist auch schon der zweite gute Grund. Der Kompost dient im Garten als Nährstofflieferant. Mit ihm haben wir die Möglichkeit, die Nährstoffe nach dem Bedarf der Pflanzen im Garten zu verteilen und müssen keinen zugekauften Dünger verwenden. Drittens können wir mit dem Kompost den Humusgehalt des Bodens erhöhen und das führt zu einer besseren Wasserhaltefähigkeit, einer besseren Bodenstruktur und einer besseren Nährstoffverfügbarkeit, außerdem fördert er das Bodenleben. Der Kompost ist ein wahrer Tausendsassa!

 

Und was gehört jetzt eigentlich rein in einen guten Kompost?

 

Küchenabfälle: Alles Material, was in einer normalen Küche übrig bleibt, vom Apfelbutzen bis zur Zitronenschale. Von der Verwendung von tierischen Produkten und Essensresten wird allgemein abgeraten, da sie im Ruf stehen, Ratten anzuziehen. Ich kenne aber Leute, die sich an diese Regeln nicht halten und trotzdem keine Probleme mit ungebetenen Gästen haben.

 

Grünschnitt: Man kann das gemähte Gras auf der Wiese ruhig für die Regenwürmer liegen lassen, aber wenn man darauf selbst in der Sonne liegen möchte ist es einem doch im Weg. Der Komposthaufen ist dankbar für das frische Grün.

 

Gartenabfälle: Vom gejäteten Unkraut (was noch keine Samen gebildet hat!) bis zum gehäckselten Heckenschnitt kann alles auf den Kompost was im Garten übrigbleibt. Erkrankte Pflanzen (z.B. Kartoffel- oder Tomatenpflanzen, die von Krautfäule befallen sind) sollte man besser in der braunen Tonne entsorgen, um nicht Krankheiten zu übertragen.

Oben haben wir geschrieben „errichten“.

 

Wie baut man eigentlich einen Kompost?

Um dem Kompost von unten Luft zu geben, kann mit einer Schicht Häckselgut gestartet werden. Es hat sich außerdem bewährt, darauf eine Schicht alten, durchgerotteten Kompost zu geben. Er dient als Starter, weil er schon die richtigen Mikroorganismen mit in den neuen Kompost bringt. Nach und nach füllt man dann den Kompost mit dem anfallenden Material, wobei darauf zu achten ist, dass die einzelnen Komponenten gleichmäßig verteilt werden. Dabei sollten zu nasse oder zu trockene Stellen vermieden werden: Also weder zwanzig Äpfel noch einen Eimer Sägemehl einfach auf den Haufen kippen, ohne es mit dem anderen Material zu vermischen. Auch den Rasenschnitt sollte man nicht als dicke Schicht obenauf legen, besser vorher ein bisschen anwelken lassen, oder nach und nach auflegen. Und dann kommen natürlich noch die Präparate dazu! Wie, wann und warum man diese verwendet, wird beim nächsten Mal Thema sein.