Gemeinsam Wirtschaften - Die Landwirtschaftliche Tagung in Dornach

Wie angekündigt waren wir auch in diesem Jahr in Dornach, um uns mit Landwirten aus aller Welt zu treffen und auszutauschen. Das Thema der Tagung lautete “Land-Wirtschaft zwischen Hof und Welt”. Offiziell war das große Thema der Tagung das assoziative Wirtschaften, ein Konzept von Rudolf Steiner. Dabei geht es darum, mit Konsumenten, Produzenten und Händlern gemeinsam über Bedürfnisse und Kosten der verschiedenen Gruppen zu sprechen und auf diese Weise so etwas wie einen “fairen Preis” auszuhandeln. Bisschen trocken. Sehr spannend waren dafür die vielen Menschen, die ihre Projekte aus aller Welt vorgestellt haben, in denen es solche Strukturen gibt.

 

Eine Wirtschaftsform, die in Deutschland in den letzten Jahren immer populärer wird und einige Elemente des assoziativen Wirtschaftens beinhaltet, ist die Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi. Hier tun sich Konsumenten zusammen und unterstützen einen Hof, der exklusiv für sie Lebensmittel produziert. Die Konsumenten übernehmen einen Teil des Risikos, das bei der landwirtschaftlichen Produktion auf Grund ihrer Witterungsabhängigkeit immer besteht, und verteilen es auf viele Schultern. Dabei berechnet der Landwirt/Gärtner, wie viele Einnahmen er in einem Jahr haben muss, um auf seinem Hof produzieren zu können und dabei selbst ein vernünftiges Einkommen zu haben. Diese Geldmenge wird auf die Mitglieder aufgeteilt, die diese dem Landwirt bereitstellen und im Gegenzug die Produkte des Hofs bekommen. So werden der Marktpreis und die Händler umgangen, die Konsumenten wissen genau, wo ihr Essen herkommt und die Landwirte haben ein sicheres Einkommen. Nebenbei wird die Umwelt geschützt, weil die Landwirte ohne den Preisdruck vom Großhandel die Möglichkeit haben, mehr verschiedene Kulturen anzubauen oder Hecken zu pflanzen und Teiche anzulegen.

 

Außerdem bieten viele Solawis die Möglichkeit, an bestimmten Tagen gemeinsam mit ihren Konsumenten zu arbeiten. Dabei kann man viel lernen und spannende Menschen treffen. Wolfgang Stränz vom Buschberghof, der ältesten Solawi Deutschlands, fasste das System auf der Tagung mit dem Satz “Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten so ihren Wert zurück” zusammen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Gerlinde (Sonntag, 10 März 2019 19:02)

    Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, so könnte Landwirtschaft zukunftsfaehig werden.!

  • #2

    Bernd Kiechle (Montag, 11 März 2019 16:41)

    Haben wir denn diese Instrumente nicht schon längst? Jeder Konsument kann doch frei entscheiden bei wem und was er einkauft. Geht doch einfach auf die Höfe und in die Hofläden und kauft eure Lebensmittel dort. Und lasst die Sachen in den Supermärkten, von denen nicht klar ist, woher sie stammen (Rewe-Bio, und alle anderen Eigenmarken der Handelsketten) einfach dort liegen. Wir brauchen keine neuen Modelle, es gibt viele Biobauern, das Angebot ist groß - nur kaufen muss man es halt. Abstimmung mit den Füßen und mit dem Geldbeutel! Kauft dort, wo Ihr seht wer dahinter steckt und wie produziert wird.

  • #3

    Guido Huppelsberg (Sonntag, 24 März 2019 19:17)

    Solawi ist mehr als Einkaufen. Das Mehr ist die gemeinsame Risikoübernahme. So haben wir z.B. als Teilnhemer an der Solawi Schinkel Schleswig-Holstein, bestehend aus einem Biobecker, einem Gemüsebauern, einem Milchviehbetrieb und einem Ziegenhof, zusätzlich Geld für den Kauf von Winterfutter gespendet, da es zu wenig durch die Trockenheit gab.