Hannahs Gartentipps im Mai

Kompost präparieren

 

Nachdem Sie im April alle angefangen haben einen Kompost in Ihrem Garten anzulegen, geht es heute darum aus diesem Kompost einen biologisch-dynamischen Kompost zu machen. Und dazu benötigt man, wie nicht anders zu erwarten, die Kompostpräparate. Das sind Kamille-, Brennnnessel-, Schafgarbe-, Eichenrinde-, und Löwenzahnpräparat sowie das flüssige Baldrianpräparat.

 

Die Rezepturen für die 5 Kompostpräparate und das Baldrianpräparat stammen aus Steiners Landwirtschaftlichem Kurs (Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft), den er 1924 in Koberwitz gehalten hat. Auch über die Anwendung der Präparate hat Steiner sich im Kurs geäußert, die Anleitung war aber etwas vage, so dass es heute viele Auslegungen dazu gibt. Ich werde Ihnen die von mir bevorzugte Methode beschreiben, die auch eine der bekanntesten ist. Sollten Sie Ihren Kompost bereits nach einer anderen Methode präparieren und damit gute Erfahrungen gemacht haben lassen Sie sich erstens nicht von mir irritieren und nutzen Sie zweitens gern die Kommentarfunktion unter dem Artikel für Anregungen, Diskussionen und gegenseitigen Austausch.

 

Zum Präparieren benötigen Sie die fünf Kompostpräparate, Baldrianpräparat, einen stabilen Stock (oder Werkzeugstiel), warmes Wasser und eine Präparatespritze (oder einen Besen zum verspritzen). Die Präparate sollen etwa einen halben Meter tief in den Komposthaufen gegeben werden. Deshalb präpariere ich meinen Kompost erst gegen Ende des Jahres, wenn er schon hoch gewachsen ist. Dafür präpariere ich ein weiteres Mal, wenn ich den Kompost im Frühjahr umsetzte.

Die Präparate werden einzeln in den Kompost gegeben. Dazu wird mit dem Stock ein Loch in den Kompost gestochen, in das eine Portion (etwa 2 g) des Präparates gegeben wird. Das Loch wird über dem Präparat wieder verschlossen. Ich mache ein Quadrat, in jede Ecke kommt eins der Präparate Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde und Löwenzahn. In den Mittelpunkt des Quadrats kommt das Loch für das Brennnesselpräparat. Für einen normalen Gartenkompost genügt ein großes Quadrat. Legt man eine Kompostmiete an, wiederholt man das Quadrat über die Länge der Miete mehrmals. Dabei kommt immer das gleiche Präparat in die gleiche Ecke. Am Ende werden einige Tropfen Baldrianpräparat mit Wasser verdünnt und über den Kompost gespritzt.

 

Zusätzlich zu dieser Anleitung habe ich noch zwei Anregungen:

1. Wer so wie ich seinen Kompost erst spät im Jahr präpariert, kann ihn vorher schon mit Fladenpräparat behandeln. Dieses Präparat enthält ebenfalls die Kompostpräparate und hilft außerdem bei der Umsetzung des organischen Materials. Besonders wenn ich eine größere Portion neuen Materials (beispielsweise Rasenschnitt) in den Kompost gebe, behandle ich ihn danach mit Fladenpräparat.

 

2. Die kleinen Präparatportionen bleiben, wenn man sie in den Kompost gibt, leicht an den Wänden der Löcher hängen und gelangen so gar nicht bis tief in den Kompost hinein. Um das zu verhindern kann man sie in eine kleine Kugel aus feuchter Erde oder reifem Kompost packen und diese in das Loch werfen. Die Kugel bleibt nicht so leicht hängen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Walter Stappung (Dienstag, 22 Mai 2018 23:50)

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den Rundbrief!
    Zu Hannahs Gartentipps im Mai könnte ich etwas ergänzen:

    Es gibt viele Möglichkeiten, die Präparate im Kompost anzuordnen. Wichtig scheint mir, dass sie gleichmässig verteilt sind und allseits guten Kontakt mit dem Kompostmaterial haben.
    Wenn man so eine Kompostkugel ins Loch rollen lässt, dann weiss man ja doch nicht so recht wo sie
    hingelangt. Und das mit dem Schliessen des Loches ist auch so eine Sache.
    Man kann die Löcher etwas weiter machen, die Kugel in die Hand nehmen und mit der Hand bis zuunterst ins Loch bringen. Dort kann man sie and as Kompostmaterial leicht andrücken.
    Man kann die Kugeln auch gleich händisch bedecken. Entweder man nimmt dafür etwas Kompostmaterial von den Seitenwänden des Loches, oder man füllt mit guter Erde oder mit Reifkompost nach.
    Das mit der Hand kenne ich aus Neuseeland, das mit dem Auffüllen aus Australien.
    Habe aber auch schon hier Leute getroffen die beides machen.

    Ist hier nicht so warm wie in den genannten Ländern, und es kann etwas unangenehm sein wenn nach dem Einbringen der Arm feucht ist. Ein Handtuch o.ä. zum Präparieren mitnehmen.

    Mit freundlichen Grüssen
    Walter Stappung